Die Ökologische Infrastruktur ist ein Netzwerk von Flächen, die für die Biodiversität wichtig sind. Sie wird auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene strategisch geplant. Dies mit dem Ziel, charakteristische und bedeutende Arten und Lebensräume zu sichern und zu stärken.
Die Kantone planen die Ökologische Infrastruktur und setzen sie um. Die vom Kanton Bern geplante Ökologische Infrastruktur wird hier ÖIBE genannt. Mithilfe der Fachplanung ÖIBE zeigt der Kanton Bern, wie viele Flächen im Kanton für den Erhalt der Biodiversität notwendig sind und wo diese Flächen liegen sollen.
Dieses interaktive Regionencockpit übersetzt die Hauptergebnisse der kantonalen Fachplanung ÖIBE auf die Ebene der Raumplanungsregionen. Jede Raumplanungsregion bildet einen eigenen Ausschnitt der Lebensraumvielfalt im Kanton Bern ab. Sie weist damit ein unverwechselbares ökologisches Profil mit einer charakteristischen Verteilung der Lebensräume und Arten auf. Das Cockpit ermöglicht eine räumliche Übersicht und zeigt die jeweilige regionale Verantwortung zum Erhalt der Lebensräume und Arten in der ÖIBE auf.
Weitere Grundlagen sind auf der kantonalen Webseite zu finden.
Bedeutendes ökologisches Potenzial im Kanton Bern
Der Kanton Bern deckt zentrale, schweizweit relevante Umweltgradienten ab. Aufgrund der grossen Spannweite von Höhenlagen, Geologie- und Bodenformen sowie Klimabedingungen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Umweltbedingungen und damit eine entsprechend hohe Vielfalt an ökologischen Lebensräumen.
Die vorhandenen Umweltbedingungen sind für die ÖIBE von grosser Bedeutung, da sie die langfristigen Rahmenbedingungen definieren, innerhalb derer sich die ÖIBE entwickeln kann. Sie legen fest, welche Lebensräume dauerhaft möglich sind und wo sich ökologische Schwerpunkte ausbilden können.
Die folgende Karte veranschaulicht anhand ausgewählter Umweltgrundlagen die ökologische Vielfalt innerhalb des Kantons und deren Unterschiede zwischen den Raumplanungsregionen.
Inhalt
Die Karte zeigt ausgewählte Umweltgrundlagen, welche die langfristigen ökologischen Voraussetzungen im Kanton Bern abbilden. Sie dienen der Einordnung potenzieller Lebensräume und helfen, regionale Unterschiede zwischen den Raumplanungsregionen zu erkennen.
Steuerung der Layer
Die Auswahl der darzustellenden Umweltgrundlage erfolgt über die Layer-Liste oben rechts. Es wird jeweils eine Umweltgrundlage vor dem Relief angezeigt. Zu ausgewählten Darstellungen steht eine Legende zur Verfügung, die über das Info-Symbol eingeblendet und mit dem Kreuz auf der Legende wieder geschlossen werden kann. Die Raumplanungsregionen sowie die Kantons- und Landesgrenzen können dazu ein- und ausgeblendet werden.
Steuerung der Karte
Mit den Kartenwerkzeugen oben links kann die Ansicht vergrössert oder verkleinert werden. Ausserdem kann sie als Vollbild dargestellt oder der Kartenausschnitt wieder auf den Kanton Bern zurückgesetzt werden.
Regional geprägte Lebensräume in gemeinsamer Verantwortung
Die grosse Vielfalt der Umweltbedingungen im Kanton Bern schlägt sich in unterschiedlichen räumlichen Mustern der Lebensräume nieder. Da jede Raumplanungsregion einen eigenen Ausschnitt dieser Lebensraumvielfalt abbildet, weist jede Region ein unverwechselbares ökologisches Profil mit einer charakteristischen Verteilung der Lebensräume auf. Dies zeigt sich auch in den Bausteinen der Ökologischen Infrastruktur, insbesondere im Anteil feuchter, trockener und mosaikartiger Lebensräume.
Gleichzeitig sind die Raumplanungsregionen Teil eines zusammenhängenden kantonalen Systems. Ihre unterschiedlichen Ausprägungen ergänzen sich, sodass die Verantwortung für eine funktionsfähige Ökologische Infrastruktur auf den gesamten Kanton verteilt wird.
Die folgenden interaktiven Darstellungen fassen die aktuellen Lebensräume und die geplanten Bausteine der Ökologischen Infrastruktur zusammen. Links wird jeweils das ökologische Profil dargestellt. In der Mitte gibt es eine räumliche Übersicht der Lebensräume und der geplanten ÖI-Bausteine. Und rechts wird der Beitrag der Region im gesamtkantonalen Verantwortungsbereich gezeigt. Die Karten bieten dabei den räumlichen Überblick, während die statistischen Darstellungen das ökologische Profil verdichten und die regionale Verantwortung quantifizieren.
Inhalt
Die Darstellung der Lebensräume ÖIBE ist in drei Spalten und vier Zeilen unterteilt. In der linken Spalte ist jeweils das ökologische Profil der ausgewählten Region zusammengefasst. In der mittleren Spalte ist die räumliche Übersicht zu sehen. In der rechten Spalte wird die regionale Verantwortung zur ökologischen Infrastruktur im kantonalen Zusammenhang dargestellt. In der obersten Zeile ist die aktuelle Verteilung der Lebensräume zu sehen. In den folgenden Zeilen werden die Teilebenen Feucht-, Trocken- und Mosaiklebensräume abgebildet.
Regionale Auswahl
Mit dem Auswahlknopf oben links kann zwischen den Raumplanungsregionen gewechselt werden. Standardmässig ist der gesamte Kanton Bern ausgewählt.
Ökologisches Profil
Die charakteristischen Eigenschaften der Region sind in der linken Spalte hinsichtlich der Ist-Situation beziehungsweise der drei Teilebenen dargestellt. Für die Ist-Situation der Lebensräume sind die Anteile nach Haupt- und Unterkategorien zusammengefasst. Durch Anklicken einzelner Teilflächen kann der Fokus innerhalb des Profils verändert werden. Beim Überfahren mit der Maus werden zusätzliche Informationen eingeblendet. Für die drei Teilebenen zeigt eine Messanzeige den jeweiligen Umsetzungsstand an. Der schwarze Marker kennzeichnet den Zielwert gemäss InfoSpecies. Das Gesamtpotenzial mit Kern- und Potenzialgebieten ist im Hintergrund in helleren Farbtönen dargestellt. Die aktuelle Umsetzung der Kerngebiete ist in dunkleren Farbtönen im Vordergrund dargestellt. Die Zahlen in der Mitte quantifizieren den aktuell erreichten Umfang der Kerngebiete.
Räumliche Verteilung
Die Karte in der mittleren Spalte zeigt die räumliche Verteilung der Lebensräume beziehungsweise die Kern- und Potenzialgebiete der drei Teilebenen. Sie machen die räumlichen Schwerpunkte innerhalb der Region sichtbar.
Regionale Verantwortung
Die Balkendiagramme in der rechten Spalte stellen die jeweilige Flächenaufteilung auf die Raumplanungsregionen dar. Die Reihenfolge der gestapelten Regionen ist fest und entspricht ihrer Regionsnummer. Die ausgewählte Region ist jeweils in einem dunklen Farbton hervorgehoben dargestellt.
Artenvielfalt braucht eine funktionierende Infrastruktur
Die Ökologische Infrastruktur basiert auf einer reichhaltigen und resilienten Biodiversität. Nur wenn Arten und ihre ökologischen Beziehungen erhalten bleiben und wirksam funktionieren, können Lebensräume langfristig funktionsfähig sein.
Die nachfolgenden Darstellungen zeigen die gefährdeten und prioritären Arten sowie deren regionale Ausprägung. Sie machen die Verantwortung für den Erhalt dieser Arten in den verschiedenen Raumplanungsregionen sichtbar und ergänzen somit die lebensraumbezogene Perspektive auf die ökologische Infrastruktur um eine artbezogene.
Inhalt
Die beiden Grafiken zeigen Radardiagramme, in denen die Raumplanungsregionen entlang der Kreisachse angeordnet sind. Der Minimalwert für die Anzahl Arten liegt jeweils im Zentrum, der Maximalwert am äusseren Rand der Darstellung. Alle Regionen sind in einer festen Reihenfolge angeordnet nach Regionsnummer, beginnend oben und im Uhrzeigersinn fortgesetzt. Über die Legende können die einzelnen Artengruppen ein- und ausgeblendet werden. Beim Überfahren der Linien mit der Maus werden die vollständige Bezeichnung der Region und die Anzahl der Arten angezeigt.
Gefährdete Arten
Die Linien stellen die Anzahl gefährdeter Arten pro Artengruppe dar und zeigen deren relative Ausprägung in den einzelnen Regionen. Als gefährdet gelten Arten der Roten Liste mit einem Status gemäss IUCN-Systematik CR (critically endangered), EN (critically endangered) oder VU (vulnerable). Berücksichtigt wurden Nachweise ab dem Jahr 2000.
Prioritäre Arten
Die Linien stellen die Anzahl prioritärer Arten pro Artengruppe dar und zeigen deren relative Ausprägung in den einzelnen Regionen. Als prioritär gelten Arten der Liste der National Prioritären Arten der Schweiz. Berücksichtigt wurden Nachweise ab dem Jahr 2000.
Gemeinsam das Rückgrat einer robusten Ökologischen Infrastruktur
Die Ökologische Infrastruktur des Kantons Bern entsteht durch das Zusammenspiel aller Raumplanungsregionen. Jede Region leistet ihren spezifischen und unverzichtbaren Beitrag zur Gesamtinfrastruktur. Erst durch die Kombination der regionalen Stärken, eine abgestimmte Vernetzung und eine gezielte Weiterentwicklung entsteht ein zusammenhängendes und robustes Netzwerk für die Biodiversität im Kanton Bern.
Dieses Regionencockpit unterstützt diesen Prozess, indem es die Zusammenhänge sichtbar macht und ein gemeinsames fachliches Verständnis für den Aufbau und den Betrieb der ÖIBE schafft.
Datenquellen:
Fachplanung ÖIBE © ANF Kanton Bern.
Raumplanungsregionen © AGR & AGI Kanton Bern.
Arten © InfoSpecies.
Kantonsfläche & Hintergrundrelief © swisstopo.
Titelbild © Eric Kuenzi, iStock photo ID 1362883799.
ÖIBE Regionencockpit Version 1.1, 26.03.2026
ÖIBE Begleitbericht Version 1.0, 21.11.2025